KI-Assistent auf der Website: Was er beantwortet, was nicht, und was er kostet
Es ist 21:40. Jemand sitzt mit dem Handy auf dem Sofa und liest die Website eines Versicherungsmaklers. Eine Frage bleibt offen: Zahlt die Betriebshaftpflicht auch, wenn ein Mitarbeiter beim Kunden etwas kaputt macht? Auf der Seite steht dazu nichts. Es gibt ein Kontaktformular. Er tippt die Frage ein, bekommt „Vielen Dank für Ihre Nachricht“ und hört bis Montag nichts mehr. Bis dahin hat er zwei andere Anbieter angesehen.
Genau in diese Lücke setzen wir inzwischen einen KI-Assistenten auf die Website. Weil zu dem Thema viel Unsinn erzählt wird, hier einmal nüchtern: was so ein Assistent tut, wo er aufhört, was beim Datenschutz zu beachten ist und was er kostet.
Was der Assistent tatsächlich tut
Er macht zwei Dinge. Erstens beantwortet er Fragen von Besuchern, und zwar ausschließlich aus einer Wissensbasis, die vorher zusammengestellt wurde. Da stehen Ihre Leistungen drin, Ihr Einzugsgebiet, wie ein Auftrag bei Ihnen abläuft, was ein Erstgespräch kostet, welche Unterlagen Sie brauchen. Alles, was Sie ohnehin jeden Tag am Telefon erklären.
Zweitens bietet er im laufenden Gespräch einen Termin an. Wenn jemand um kurz vor zehn abends merkt, dass er das lieber persönlich besprechen will, muss er nicht bis zum nächsten Morgen warten und dann daran denken, anzurufen. Er sucht sich direkt einen Slot aus. Das nimmt die übliche Kette aus Rückruf, Terminvorschlag, Absage und neuem Vorschlag aus dem Weg.
Wichtig ist, was er nicht ist: kein allgemeines Chatmodell, das im Freilauf über Ihre Branche plaudert. Er greift auf das zu, was Sie freigegeben haben, und sonst auf nichts.
Was er nicht beantwortet
Sobald eine Frage auf eine echte Beratung hinausläuft, hört er auf. Welcher Tarif für einen bestimmten Betrieb der richtige ist, ob eine Deckungssumme reicht, ob sich die Reparatur an einer zwölf Jahre alten Heizung noch lohnt: Solche Fragen hängen an Details, die auf keiner Website stehen und auch nicht dort hingehören.
In dem Fall sagt der Assistent offen, dass er das nicht beurteilen kann, und bietet einen Termin bei Ihnen an. Das ist keine technische Schwäche, sondern die Absicht dahinter. Ein Makler hat eine Beratungspflicht, und die kann kein Chatfenster übernehmen. Ein Assistent, der bei jeder Frage irgendetwas antwortet, wäre für Sie ein Risiko und nicht ein Vorteil.
Der zweite Punkt gehört dazu: Was nicht in der Wissensbasis steht, erfindet er nicht. Er sagt, dass er es nicht weiß. Das klingt unspektakulär, ist aber der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das man auf die eigene Website lässt, und einem, das man besser nicht anfasst.
Die Wissensbasis ist die eigentliche Arbeit
Die Technik ist der kleinere Teil. Der größere ist die Frage, was der Assistent überhaupt wissen soll. In jedem Betrieb kommen dieselben Fragen immer wieder. Die sammelt man, beantwortet sie einmal ordentlich schriftlich, und damit ist der Grundstock da.
Danach fängt der Teil an, den die meisten unterschätzen. Wenn Sie im Herbst Ihre Preise anpassen oder eine Leistung nicht mehr anbieten, muss das in die Wissensbasis. Sonst erzählt der Assistent im Januar noch den Stand vom Sommer. Bei uns steckt diese Pflege in der monatlichen Betreuung: Sie schicken uns, was sich geändert hat, wir tragen es ein. Wer das selbst machen will, sollte sich einen festen Termin dafür setzen, sonst passiert es nicht.
Was der Datenschutz verlangt
Ein Assistent auf der Website verarbeitet Eingaben von Besuchern, also gehört er in die Datenschutzerklärung. Dort muss stehen, was mit dem passiert, was jemand ins Chatfenster tippt. Dazu kommt ein Hinweis direkt am Assistenten, damit niemand erst die Datenschutzerklärung lesen muss, um zu wissen, worauf er sich einlässt.
Wir hosten die Seiten in der EU, und das Impressum gehört ohnehin auf jede geschäftliche Website. Diese drei Punkte sind bei uns Teil des Pakets, weil sie sonst am Ende liegen bleiben. Was wir nicht machen können, ist Rechtsberatung. Wenn Sie mit besonders sensiblen Daten arbeiten, sprechen Sie das mit Ihrem Datenschutzbeauftragten durch, bevor der Assistent online geht.
Wie das in der Praxis aussieht
Auf handwerkerversicherung.nrw läuft seit August 2026 ein solcher Assistent im Echtbetrieb. Website, Assistent und laufende Betreuung kommen dort von uns, also aus einer Hand. Das war der erste Aufbau dieser Art bei einem Kunden von uns.
Zahlen nennen wir dazu bewusst nicht. Dafür läuft die Sache schlicht zu kurz, und alles, was wir jetzt an Prozentwerten in einen Blogbeitrag schreiben würden, wäre geraten. Wer sich ansehen will, wie sich das anfühlt, öffnet die Seite und stellt dem Assistenten eine Frage.
Was es kostet
Website und KI-Assistent zusammen kosten 2.490 Euro einmalig, zahlbar zur Hälfte bei Auftrag und zur Hälfte bei Go-live. Ab Go-live kommen 149 Euro im Monat für Updates, Backups, Monitoring, die Pflege der Wissensbasis und die laufenden API-Kosten des Assistenten. Alle Preise zzgl. Umsatzsteuer, die monatliche Betreuung ist monatlich kündbar.
Wir rechnen bewusst nicht pro Gespräch ab. Sobald der Assistent gut läuft und mehr Leute ihn nutzen, würde eine solche Abrechnung Sie dafür bestrafen, dass er funktioniert. Nicht enthalten sind Shops, mehrsprachige Seiten, individuelle Schnittstellen und Inhalte, die über fünf Abschnitte hinausgehen. Was darüber hinausgeht, rechnen wir mit 95 Euro pro Stunde ab und sagen Ihnen den Umfang vorher. Vom Zahlungseingang der Anzahlung bis zum Go-live vergehen sieben Werktage, sofern Ihre Texte und Bilder da sind.
Wann sich das nicht lohnt
Wenn kaum jemand auf Ihrer Website landet, bringt der beste Assistent nichts. Dann ist die Sichtbarkeit das Problem und nicht der fehlende Rückkanal. Wenn Ihre Besucher immer nur zwei Dinge wissen wollen, reicht ein ordentlicher Fragenabschnitt auf der Seite. Und wenn absehbar ist, dass die Inhalte nie jemand aktualisiert, sollten Sie es lassen. Ein Assistent, der veraltete Auskünfte gibt, richtet mehr Schaden an als gar keiner.
Falls Sie das für Ihren Betrieb durchrechnen wollen: Auf unserer Seite zum Angebot Website + KI-Assistent stehen Leistungsumfang, Ablauf und Preise vollständig. Oder Sie buchen zwanzig Minuten Erstgespräch, dann sehen wir uns Ihre jetzige Seite an und klären, welche Fragen ein Assistent bei Ihnen überhaupt beantworten müsste.